Die Zusatzbezeichnung Sportmedizin

Hunderte von Weiterbildungsstunden zu schaffen und zahlreiche Urlaubswochen zu opfern, das war für einen täglich im Feuer stehenden Hausarzt nicht leicht zu erfüllen.

Ich habe mich auf dem Weg zum Sportmediziner wirklich nicht geschont.

Besondere Highlights waren die Bergsportgruppe mit Bergsteigen, Mountainbiken, Klettern, Rafting und Canyoning, das Snowboarden, das Tauchen, das (Ballett-)Tanzen! die Sportgymnastik, das Fitnessboxen und der 3000m-Lauf.

Aber alle diese Anstrengungen waren ungeheuer belebend. Sie haben mir einen völlig neuen Blick auf zahlreiche Sportarten ermöglicht. Dadurch habe ich meinen sportlichen Horizont geweitet und Lust auf neue Bewegungserfahrungen bekommen.

Die neue Art zu Art zu laufen: FasciRun

Immer mehr rücken die verschiedenen Laufstile in den Vordergrund der Betrachtung.

Man glaubt nun folgendes zu wissen: Wenn man beim Laufen zunächst die Ferse aufsetzt, dann kostet das viel Energie und die Muskeln und Sehnen werden ungünstig belastet. Bei höheren Intensitäten kann es so zu Schmerzen und Verletzungen kommen.

Anzustreben ist ein Laufstil, bei dem man der Reihe nach den Kleinzehenballen, den Großzehenballen und dann die Ferse aufsetzt. Dabei ist die Körperhaltung aufrecht und der Körper befindet sich in einer Fallbewegung nach vorne. Der Vortrieb wird mit einer schiebenden Bewegung nach hinten erzeugt.

Man macht also nur einen relativ kurzen Schritt nach vorne und einen langen schiebenden Schritt nach hinten.

Auf diese Weise werden die Schritte federnder. Die Fascien nehmen einen großen Teil der Energie auf und geben diese Energie ohne Umweg über die Muskeln wieder ab.

Kickboxen

Die Tätigkeit als Ringarzt beim Kickboxen ist verantwortungsvoll und heikel. Denn obwohl die Kickboxer hervorragend trainierte Athleten sind, kann es zu schweren Unfällen im Ring kommen.

Bis jetzt habe ich an die zehn Welt - und Europameisterschften als Ringarzt begleitet. Wirklich schwerwiegende Verletzungen hat es dabei nicht gegeben.

Johannes Wolf verteidigt am 31.3.2011 seinen Titel souverän gegen den italienischen Meister Roberto Pizzagalli
Johannes Wolf im Titelkampf mit dem Europameister Marvin Falk
Ringarzt Dr. Lorenz Eberle mit dem Champion Johannes Wolf

 

Der fabelhafte Ausnahmesportler Johannes Wolf hat am 17.3.2013 seinen Weltmeistertitel in der 58kg-Klasse gegen den Europameister Marvin Falk aus Frankreich souverän verteidigt.

Insider sagen, dass von allen amtierenden Weltmeistern im Boxsport wohl keiner seinen Titiel mit einer derartigen Berechtigung führt wie Johannes Wolf.

 

 

 

Bewegungserfahrung

Ein großer Teil der möglichen Lebensfreude hat mit Bewegung zu tun. Insbesondere wenn Menschen älter werden ist sportliche Bewegung eine wertvolle Quelle der Inspiration und ein Jungbrunnen.

Folgende Sportarten habe ich nach meiner Qualifikation zum Sportmediziner neu begonnen bzw. reaktiviert:

 

Sportradfahren: Mit Klickpedalen sowohl auf der Straße als auch im Gelände. Vorläufiger Höhepunkt war eine Durchquerung der deutschen Mittelgebirge von Frankreich bis Tschechien mit dem Moutainbike 2009.



Inline-Skating: Nur fliegen ist schöner. Meine längste Strecke am Tag waren bisher 75km. Schutzausrüstung und Helm nie vergessen.

 

Hallenklettern: Sehr gut für Kraftausdauer, Gleichgewicht und Koordination. Man lernt Coolness und strategisches Vorgehen.

Turmberghalle in Rohrbach.

Tauchen: Nach dem Schnuppertauchen habe ich den Open Water Diver bei PADI gemacht. Das wiederum hat zu weiteren zwei Fortbildungswochen zum Taucherarzt geführt. Tauchen ist nicht schwer aber sehr gefährlich. Es verlangt viel Wissen und absolute Disziplin.

 

Skibergsteigen: Wunderschön, sich im winterlichen Gebirge zu bewegen. Allerdings wegen der Lawinen nicht ungefährlich. Am besten mit Bergführer oder mit dem Alpenverein ausprobieren.



Winterlehrgang Höhenmedizin auf dem Bernina-Pass.

 

 

Stand-Up-Paddling: Man steht auf einem Brett und bewegt sich mit einem langen Paddel über das Wasser. Am Anfang ist das etwas wacklig. Dieser Sport stärkt die Rumpfmuskulatur, die Beine und die Arme. Die Art der Bewegung hat Suchtcharakter.

 

Wasserski und Wakeboarden: Auch sehr erfrischend und spannend. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Liftanlagen. Auch in Nötting soll so eine Anlage entstehen.

 

Kendo: Man trägt eine Rüstung und haut sich gegenseitig Bambusstöcke um die Ohren. Wenn man sehr locker und ohne strenge Regeln kämpft, dann hat man viel Spass.

 

Slackline: Eine Leine wird zwischen zwei Fixpunkten gespannt. Darauf balanciert man. Nicht ganz ungefährlich, deshalb anfangs eine kurze Leine spannen. Ein sehr anspruchsvolles Training.

 

Nordic Walking: Nahezu ideale nicht allzu anstrengende Sportart. Perfekt zur Regeneration nach anstrengenden Sporttagen. Man sollte sich das richtige Schieben mit den Stöcken aber zeigen lassen, besser noch einen Kurs machen.

 

Kleine Pause bei einem Nordic Walk im Altmühltal.

Fernwanderungen: Eine Königsdisziplin. Mit dem Rucksack einige Tage oder gar Wochen eine lange Strecke zurücklegen.

Im August 2010 sind wir von Oberstdorf nach Meran gegangen: ein wilder Traum.

Im August 2011 haben wir die Brenta und die Gardaseeberge durchstreift.



Oberstdorf-Meran Anfang August 2010. Über Nacht mehr als 60 cm Neuschnee. Wegen Lawinengefahr muss von der Braunschweiger Hütte (2800m) wieder abgestiegen werden:

steil, rutschig, gefährlich.

1400 m Aufstieg vom Lago di Tovel zum Passo Groste.

Im Hintergrund der berühmte Crozzon di Brenta mit seiner 800m hohen Felswand.

Kleine Felsstufe auf dem Weg zur Pedrottihütte.

Letzter Anstieg durch das steile Schneefeld. Auf der anderen Seite sieht man schon das Tagesziel, die Pedrottihütte.

2500 m über dem Gardasee auf einem gefährlich nach beiden Seiten abfallenden Wiesenkamm: ein Meer von Edelweiß.