Eine verdächtige Hautveränderung

Im April kommt die Patientin mit einem sonderbaren und etwas blutenden Gebilde an der Stirn. Der kontaktierte Hautarzt hat erst einen Termin im August! frei. Aber das heisst nicht, dass er die Sache dann operieren wird. Bis August soll die Frau zur Begutachtung warten.

Das kann man der Dame nicht zumuten.

Also schreiten wir sofort zur Tat. Die Stelle wird örtlich betäubt und der Tumor mit einem Sicherheitsabstand entfernt.

Am Ende bleibt eine kaum sichtbare Narbe an der Stirn zurück. Der Tumor war übrigens nicht bösartig. Es war nur eine ausser Rand und Band geratene (und aufgeschürfte) Alterswarze.

Aber wer soll das wissen? Darf man einem Patienten eine so lange Wartezeit zumuten?

 

 

 

 

 

Ein rätselhafter Spinnenbiss

Der Patient hat Anfang April im Garten gearbeitet: Steine aus der Erde geholt, auch Gras herausgerissen. Er spürte ein Brennen und Jucken an der Hand und sah zwei Einstiche mit Bluttröpfchen und leicht bläulicher Verfärbung. Sehr bald schwoll die Hand an. Eine fleckige Rötung breitete sich bis zum Ellenbogen aus. Es kam zeitweise zu einem Taubheitsgefühl.

 

Am nächsten Tag in meiner Praxis sah man immer noch eine deutliche Schwellung des Handrückens und die beiden Bissmarken. Auch war noch eine abblassende Hautrötung des Unterarms zu erkennen.

 

Wir haben die Bißstelle fotografiert und die Fotos an den Giftnotruf in München

Giftnotruf: (0)89 19240

weitergeschickt. Das folgende Telefonat klärte die Sache auf. Vermutlich lag hier der Biss einer Dornfingerspinne vor. Der Patient bekam einen kühlenden Verband und ein Antihistaminikum.

Am Abend habe ich mir die Sache nochmal angesehen für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Übeltäterin keine Dornfingerspinne war, sondern möglicherweise eine andere, viel gefährlichere, aus einem Terrarium entwichene Spinne. Leider werden ja heutzutage brandgefährliche Tiere in Wohnungen gehalten von verantwortungslosen "Liebhabern".

 

Am nächsten Tag, also über 30 Stunden nach dem Biss war immer noch eine rückläufige Schwellung zu erkennen.

Die Schwellung der rechten Hand ist gut zu sehen.

Auf youtube von tarzanhbk.

Die Dornfingerspinne ist vermutlich infolge des Klimawandels zugewandert aus Südeuropa. Sie gilt als die einzige heimische Giftspinne.

Besonders in Österreich hat sie inzwischen für Aufsehen gesorgt.

Ihr Biss kann bei empfindlichen Menschen zu medizinisch behandlungsbedürftigen Problemen führen.

 

 

 

Ein Tumor unter der Haut

Das Ding unter der Haut ist etwa kirschgroß: ein Tumor. Solche Gewächse sind selten bösartig. Sie haben Namen wie Lipom, Fibrom oder Atherom.

Die Haut über dem Tumor ist straff gespannt.

Nach örtlicher Betäubung wird diese Haut sehr vorsichtig gespalten, damit das darunterliegende Gebilde nicht zerplatzt.

Der Tumor ist eingebettet in bindegewebige Fasern, die Stück für Stück mit Schere und Skalpell zertrennt werden. Dadurch tritt der Tumor immer deutlicher hervor.

Da ist es schon, das Ding. Es wird zur Untersuchung eingeschickt.

So sieht die vernähte Wunde aus.

 

Am Ende ergab die histologische Untersuchung: Es war ein Atherom, auch Grützbeutel genannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Achtung Koralle, eine schlimme Wundinfektion

Beim Schnorcheln am Korallenriff ist der Patient auf eine scharfkantige Koralle getreten. Die ca. 8cm lange Wunde wurde am Urlaubsort genäht.

Jetzt, mehrere Tage später, blutet der Schnitt an einer Ecke immer noch. Die Stelle schmerzt höllisch und sie ist etwas vorgewölbt. Der Fuß ist insgesamt etwas gerötet. Das ist ein Zeichen dafür, dass sich eine gefährliche Infektion ausbreitet.

 

Die Wunde wird desinfiziert und örtlich betäubt, was an dieser Stelle leider schmerzhaft ist. Dann werden an der entzündeten Stelle die Fäden entfernt und die Wunde wird eröffnet. Es entleert sich Eiter. Mit dem scharfen Löffel weden Blutkoagel und Gewebsreste herausgekratzt. Danach sieht die Sache schon sehr viel besser aus.

Der Patient erhält ein sehr wirksames Antibiotikum.

Am nächsten Tag geht es dem Patienten wieder gut.

Alles Schwindel oder was? Ein Fall von Morbus Meniere.

Beim Trainieren im Studio befällt den Patienten, nennen wir ihn Herrn K., ein so heftiger Schwindel, dass ihn seine Frau abholen muss. Mittags, gleich nach der Sprechstunde fahre ich zu ihm. Er hat mehrfach erbrochen und liegt auf dem Sofa. Überdem ganzen Stress ist er eingeschlafen. Er ist nur schwer erweckbar und danach noch sehr benommen. Ich befürchte zuerst eine schlimme Sache, aber nach zwei Minuten ist Herr K. wieder ganz wach. Er berichtet von einem ganz schrecklichen Drehschwindel sobald er den Kopf dreht oder bewegt. Auch höre er auf einem Ohr fast nichts (Hörverlust). Stattdessen hätte er auf diesem Ohr ein unangenehmes Ohrgeräusch, einen sogenannten Tinnitus.

Damit ist die Sache ziemlich klar. Es liegt eine Erkrankung vor, wie sie der Arzt Prosper Meniere beschrieben hat.

Dabei wird eine Trennwand, eine Membran im Innenohr plötzlich undicht, so dass Kalium von einer Seite der Membran in großen Mengen auf die andere Seite gelangen kann.

Das Gehirn kann die plötzliche Veränderung der Stromflüsse nicht mehr deuten, so dass der Patient einen heftigen Schwindel empfindet. Gleichzeitig leidet das Hörvermögen und ein Tinnitus tritt auf.

 

Wegen der starken Symptome greife ich zur ganzen Bandbreite der medizinischen Möglichkeiten. Herr K. bekommt gegen die Übelkeit Dimenhydrinat, längerfristig gebe ich Betahistin und dazu noch eine Infusion mit Kortison und zur Förderung der Durchblutung Hydroxyäthylstärke (HAES).

 

Innerhalb von weniger als einer Stunde geht es Herrn K. deutlich besser. Am nächsten Morgen läuft er schon wieder herum. Am Abend ist die Sache so gut wie vorbei.

Leider sind die Verhältnisse bei einer Meniere-Erkrankung nicht so einfach. Weder ist die letzte Ursache endgültig bekannt, noch gibt es eine in jedem Fall wirksame Therapie. Darum liest man ja von so vielen Therapieansätzen.

Das liegt vermutlich daran, dass die Symptome durch verschiedene Umstände zustande kommen. Eine alleinige und immer gleiche Ursache scheint es nicht zu geben.

 

Herr. K. hat sich inzwischen im Internet schlau gemacht. Er hat auch gleich einen hochgerühmten Spezialisten für dieses Krankeitsbild ausfindig gemacht und sich bei ihm einen Termin besorgt. Da der Morbus Meniere auf Dauer zu einer Ertaubung führen kann, wird man irgend eine Art von Therapie- Medikamente oder sogar eine Operation- auswählen müssen.

 

 

Kleine Pointe am Rande: Schon vor einigen Wochen hatte Herr K. einen ähnlichen, wenn auch nicht so starken Anfall. Er war damit bei einem lokalen HNO-Doktor. Aber der Kollege konnte anscheinend die Diagnose nicht erkennen.

 

 

 

 

 

 

Eine gefährliche Fehldiagnose in Ägypten

Mit der freundlichen Genehmigung von Christiane Stöberl und der Zeitschrift Gefäßmedizin.

Der Patient war gestern noch in Ägypten. Jetzt ist er in der Sprechstunde und stellt mir sein geschwollenes Bein vor. Die Schwellung bestand schon am ersten Urlaubstag nach dem Hinflug. Der Patient vermutete eine Thrombose und ging zum dortigen Doktor.

Es wurde Blut abgenommen und der Urin untersucht. Der Arzt glaubte einen Harnwegsinfekt zu erkennen. Eine Thrombose konnte er nicht entdecken.

 

Das Bein ist vom Fuß bis zum Knie deutlich dicker als das andere Bein und es ist leicht bläulich verfärbt. So sieht eine tiefe Beinvenenthrombose aus. Da eine erhebliche Gefahr besteht, muss sofort gehandelt werden.

Der Patient erhält zur Blutverdünnung eine Spritze mit 8.000 Einheiten Heparin. Das Bein wird mit einem doppelten gegenläufigen Kompressionsverband versorgt. Um 15.00 hat der Mann einen Termin beim Gefäßspezialisten. Der bestätigt die Diagnose und beginnt sofort mit der Markumarbehandlung zur Blutverdünnung.

 

Am nächsten Tag ist das Bein schon wieder unauffällig. Am übernächsten Tag ist der Zielbereich der Blutverdünnung erreicht.

 

Mindestens sechs Monate lang muss nun die Blutverdünnung fortgeführt werden.

 

KOMMENTAR:  Flugreisen sind, was Beinvenenthrobosen betrifft, gefährlich. Weil man stundenlang still sitzen muss, kann es zu einer Verstopfung/Blutgerinnung in den Venen kommen.

Man sollte sich während des Fluges immer wieder mal ausstrecken und die Füße so intensiv wie möglich bewegen. Vorteilhaft ist es, sich knielange, stark komprimierende Gummistrümpfe zu besorgen. Manche Flugreisende lassen sich vor dem Flug eine Heparinspritze verabreichen.

 

An dem beschriebenen Fall ist besonders die krasse Fehldiagnose des  Arztes interessant. Wer einige Beinvenenthrombosen gesehen hat, dem kann ein derartiger Irrtum kaum mehr unterlaufen. Offensichtlich wurde hier nicht nach Facharztstandard behandelt, wie das in Deutschland üblich ist.

 

Vor dem Hintergrund dieser Geschichte muss man aktuelle Forderungen inkompetenter Gesundheitspolitiker und Kassenvertreter sehen. Diese wollen junge Ärzte nach dem Examen als Landärzte verpflichtet wissen. Hinter diesem Ansinnen verbirgt sich eine dreifache Geringschätzung:

Erstens gegenüber den jungen Ärzten, die man wie Militärkadetten und Laufburschen der Gesellschaft behandelt.

Zweitens gegenüber der anspruchsvollen hausärztlichen Tätigkeit. Nicht umsonst muss ein angehender Hausarzt eine fünfjährige Weiterbildungszeit nach dem Examen absolvieren.

Drittens gegenüber der Landbevölkerung, für die blutige Anfänger als Ärzte gerade gut genug sein sollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine nicht alltägliche Lungenentzündung

Der Patient treibt sehr intensiv Sport. Nach einem kräftezehrenden Wettkampf, bei dem er auch noch durchnässt wurde, ging es ihm nicht gut. Die sonst gewohnte Leistungsfähigkeit war weg. Bis auf etwas erhöhte Temperaturen fehlten aber eindeutige Symptome. Der erstbehandelnde Arzt nahm die Sache nicht so ernst.

 

Ausdauersportler sind normalerweise sehr zäh und gesundheitlich stabil. Wegweisend in diesem Fall war der deutlich erhöhte Ruhepuls (75 Schläge pro Minute statt weniger als 50) und die schon zwei Wochen lang bestehende körperliche Schwäche. Hier musste rasch und umfassend gehandelt werden. Ein Kardiologe schloss sofort eine Herzmuskelentzündung aus. Die Blutentnahme zeigte einen bedenklich erhöhten Entzündungswert (CRP 70!), sonst keine Auffälligkeiten. Eine Blutkultur wurde angelegt (Bakterien im Blut?).

 

Das Röntgenbild der Lunge brachte dann die Erklärung: Die weißen Flecken und Streifen auf der rechten Seite weisen auf eine bakterielle Infektion, eine Lungenentzündung hin.

Der Mann kann beruhigt werden. Er erhält ein hochwirksames Antibiotikum. Bis er sein gewohntes Training wieder aufnehmen kann wird er in diesem Fall noch einige Zeit warten müssen.

 

Nachtrag: Zwar hat das Antibiotikum in auffälliger Weise und prompt den Zustand des Patienten gebessert, aber das nächste Röntgenbild zeigte immer noch unveränderte Schatten. Weitere Untersuchungen ergaben die Diagnose einer "organisierenden Pneumonie". Diese Erkrankung ist extrem selten. Ausgelöst wurde sie in diesem Fall offenbar durch einen bakteriellen Infekt. Nach Internetrecherchen muss man sogar die noch viel seltenere fokale organisierende Pneumonie annehmen.

 

 

 

Punktion eines Schleimbeutels

Besonders am Ellenbogen aber auch über der Kniescheibe befinden sich Schleimbeutel, die Probleme machen können. Werden sie verletzt oder gereizt, dann füllen sie sich mit Körperflüssigkeit. Es ist sinnvoll, diese Ergüsse unter sterilen Bedingungen zu punktieren. Oft muss man diesen Vorgang nach einigen Tagen wiederholen. Die Alternative dazu wäre eine operative Entfernung des Schleimbeutels.

Im Vergleich dazu ist die nahezu schmerzfreie Punktion doch das wesentlich kleinere Übel.

 

 

 

 

 

 

 

Abszesse eröffnen

Das kommt häufig vor: ein Haarbalg entzündet sich oder eine Talgdrüse. Es bildet sich eine Eiterhöhle, teilweise von beträchtlicher Größe.

Die Sache wird örtlich betäubt und eröffnet. Meistens erledigen das die Hausärzte. Tun sie es nicht, dann kann es Probleme geben, die am Ende in der Klinik unter Narkose bearbeitet werden müssen.

Mit dem scharfen Löffel wird der Wundgrund ausgeschabt.

Hier ist der Abszess aufgeschnitten, der Wundgrund wurde mit dem scharfen Löffel gereiniget. Die Wundränder sind gespreizt.

Die Wunde heilt jetzt sehr schnell und Problemlos.

 

 

 

 

 

 

Zeckenbisse, Borreliose

Diese Zecke wurde in unserer Praxis entfernt und unter dem Mikroskop fotografiert.

Leider verbreiten diese Tiere oft Bakterien, die man als Borrelien bezeichnet. Von der Bissstelle breitet sich dan ein roter Fleck, die sogenannte Wanderröte, aus.

Glücklicherweise gibt es gegen die Borrelien eine ganze Reihe von wirksamen Antibiotika.

Resistenzen gegen diese Medikamente sind nicht bekannt. Also in den meisten Fällen git: drei Wochen lang Tabletten einnehmen und die Sache ist erledigt.

 

 

 

 

 

Gürtelrose

Erst tut es weh. Man spürt einen unangenehmen bis sehr starken Nervenschmerz auf der Haut. Dann kommt der bläschenförmige recht typische Hautausschlag in Form eines nach vorne herabhängenden Gürtels und fast immer einseitig.

http://www.guertelrose-infektion.de/

Ab hier ist die Diagnose meist einfach. Ursache ist das Herpes-Varicellen-Zoster-Virus.

Man gibt jetzt Aciclovir oder ein Nachfolgepräparat.

Bei sehr starken anhaltenden Schmerzen muss der Arzt oft tief in seine Trickkiste greifen,

zum Beispiel nach einer recht wirksamen Salbe mit einem örtlichen Betäubungsmittel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein eingewachsenes Piercing

Das Teil ragte außen aus der Unterlippe. Innen war es eingewachsen, so dass man es nicht mehr entfernen konnte.

Nach örtlicher Betäubung erfolgte innen ein 4mm langer Schnitt. Es erwies sich als ziemlich schwierig, des eingewachsene Ende zum Vorschein zu bringen, weil es von einer sehr festen Kapsel aus Bindegewebe umhüllt war. Am Ende konnte es doch freiprärariert und abgeschaubt werden.

Zurück blieben innen und außen jeweils ein kleines Loch. In wenigen Tagen ist alles verheilt.

Merke: Piercings sind eine Störung für den Körper und das Entfernen kann viel schwieriger werden als das Stechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kniegelenkerguss und Punktion

Wenn es in einem Gelenk Probleme gibt, dann sondert die Gelenkhaut Flüssigkeit ab. Ab einer gewissen Menge kann die Sache nicht mehr vom Körper in Eigenregie geregelt werden. Das Gelenk braucht Entlastung durch eine Punktion.

Das Knie wird desinfiziert und steril abgedeckt. Damit garatiert keine Keime ins Knie gelangen, benötigt man sterile Handschuhe und Mundschutz. Nun erfolgt die fast schmerzfreie örtliche Betäubung.

In die betäubte Haut wird mit dem Skalpell ein winziger Schlitz von ca. 2 mm geritzt.

Danach wird mit einer Injektionsspritze von 20 ml das Knie punktiert und die Flüssigkeit abgezogen.

Am Ende wird das Knie noch durch Druck mit der Hand "gemolken", damit sich möglichst viel Flüssigkeit entfernen läßt.

In diesem Fall wurden 82 ml bernsteinfarbene Körperflüssigkeit herausgeholt. Danach kann der Patient wieder schmerzfrei gehen. Es bleibt eine winzige Wunde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stark verschmutzte Risswunde in der Hohlhand

Tiefe und stark verschmutzte Wunde. Hier nachdem bereits viele Schmutzpartikel entfernt sind und nach einer gründlichen Reinigung und Spülung.

Auch in diesem Fall nur ganz lockere Situationsnähte, damit Wundsekret abfließen kann.

Die Wunde ist inzwischen perfekt verheilt.

 

 

 

 

Ein Klassiker: Nagelstichverletzung der Fußsohle

Sehr häufig kommen Nagelstichverletzungen vor. Jemand tritt auf eine genagelte Latte. Der Nagel dringt durch den Schuh. Der Nagel wird wieder herausgezogen. Die Wunde schließt sich.

Meistens sind aber Schmutz und Keime in den Stichkanal eingedrungen. Es kommt zu schweren Wundinfektionen bis hin zur Blutvergiftung. Hier muss gehandelt werden. Nach örtlicher Betäubung wird ein kreisförmiges Stück Hornhaut herausgeschnitten. Dadurch kann der Schmutz entfernt werden und das Wundsekret fließt ab.

Hier ist die Ferse betäubt. Das örtliche Betäubungsmittel, eine Weiterentwicklung des guten alten Cocains, führt zu der blassen Hautverfärbung.

Ein kreisrunder Hautzylinder wurde auch schon herausgeschnitten.

Der entfernte Hautzylinder mit dem Stichkanal und der Schmutzrest, der aus der Wude entfernt werden konnte. Nach so einem minimalen Eingriff heilen die Verletzungen innerhalb weniger Tage.

 

Ohne diesen kleinen Eingiff wäre es zu einer schlimmen Eiteransammlung (Phlegmone) und eventuell zu einer Blutvergiftung gekommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tumor unter der Kopfhaut

Als Tumor bezeichnet man ganz allgemein eine Gewebsvermehrung. Unter der Kopfhaut gibt es häufig gutartige kugelige Tumoren. Sie tragen Namen wie Atherom, Fibrom, Lipom und Fibrolipom. Da sie sehr stören, zum Beispiel beim Kämmen oder beim Tragen von Kopfbedeckungen, werden sie in örtlicher Betäubung entfernt.

Die Kopfhaut ist rasiert und die Stelle ist örtlich betäubt.

Nach dem Schnitt ist der Tumor jetzt vorsichtig frei präpariert.

Diese Kugel von knapp 1 cm Durchmesser wird zur Untersuchung eingeschickt.

So sieht die Wunde nach der Naht aus. An dieser Stelle wird nur eine kaum bis gar nicht sichtbare Narbe zurückbleiben.

 

 

 

Einblutung nach Muskelverletzung

Der Bluterguß am Innenknöchel kommt von einem Muskelfaserriß im oberen Drittel des Unterschenkels. Nach der Verletzung blutet der Muskel und das Blut findet der Schwerkraft folgend seinen Weg nach unten. Die Regel lautet hier: Kälte, Kompression, hochlagern.

Auch Enzyme wirken segensreich. Nach einigen Tagen Schonung und einer Trainingspause ist alles wieder gut.

 

 

 

 

Ein Finger mit Einblutung

Hier hat jemand zu fest zugepackt. Solche Einblutungen entstehen häufig durch Bagatellverletzungen. Zum Beispiel an Paketschnüren oder wenn man schwere Gegenstände an einer Kante zu fassen kriegt. Der Bluterguss ist nach wenigen Tagen ganz von selbst verschwunden.

 

 

 

Kleine Chirurgie

Februar 2012:

ältere Schnittwunde

Tiefe Schnittwunde eines Fingers. Die Wunde ist schon mehr als zwölf Stunden alt und sollte deshalb nicht zugenäht werden. Aber ist es sinnvoll,  die klaffende Wunde so zu belassen?

Der Kompromiss besteht in einer einzelnen lockeren Naht, so dass das Wundsekret trotzdem abfließen kann.

So sieht dieselbe Wunde nach einigen Wochen aus: nur eine kaum erkennbare Narbe bleibt.

 

 

 

 

Januar 2012:

Beilhiebverletzung am Handgelenk, 4cm lang, bis 1,5 cm tief, stark blutend.

Erstversorgung nach sofortigem Krankenbesuch mit Druckverband. Weitere Versorgung in der Praxis. Das Gelenk ist nicht eröffnet. Keine Sehnen- und Nervenverletzung.

Örtliche Betäubung, dann zwei tiefe Nähte mit auflösbarem Material. Oberflächliche Naht, trockener Verband.

 

 

 

Kindernotfall mit Beeren

An einem Sommerabend gegen 19.00 kommt eine aufgeregte Mutter mit einem eineinhalb Jahre alten Kind in die Praxis. Das Kind hat einige unbekannte Beeren verschluckt. Aber die Mutter hat die Beeren mitgebracht.

Wir fotografieren die Beeren und schicken das Foto per Email zum Giftnotruf München http://www.toxinfo.org/

Das folgende Telefongespräch ergibt: Diese Beeren sind nicht giftig.